Offener Brief des Arbeitskreises ALEXsagtNEIN

Der Arbeitskreis der Bürgerinitiative ALEXsagtNEIN hat nun seine Überlegungen zu einem Gesamtverkehrskonzept fürs Städtedreieck in Anbindung an Regensburg in einem offenen Brief zusammengefasst:

Offener Brief an die BürgermeisterInnen, die in den Stadträten vertretenen Parteifraktionen und die Verwaltung der Städte Burglengenfeld,  Maxhütte-Haidhof  und  Teublitz,  die  Leitung  der  Geschäftsstelle  Städtedreieck,  die  Landratsämter Schwandorf und Regensburg, die im Kreistag vertretenen Parteifraktionen und die Regierung der Oberpfalz
 
Gesamtmobilitätskonzept für das Städtedreieck als Teil des Großraumes Regensburg
 
Der  Großraum  Regensburg  steht  wegen  seiner  dynamischen  Entwicklung  und  des  Zuzugs  neuer
Bewohner vor enormen verkehrspolitischen Herausforderungen.  
Im  Städtedreieck  werden  zunehmend  großflächig  neue  Baugebiete  ausgewiesen,  in  denen  sich
Menschen  ansiedeln,  die  hauptsächlich  in  Regensburg  arbeiten.  Beim  Pendeln  auf  der  A93  vom
Städtedreieck  nach  Regensburg  sehen  sie  sich  mit  zäh  fließendem  Verkehr  und  häufig  mit  langen
Staus konfrontiert.
 
Wir regen deshalb an, dass die politisch Verantwortlichen des Städtedreiecks in Kooperation mit den
Landratsämtern  Schwandorf  und  Regensburg  sowie  der  Regierung  der  Oberpfalz  ein
Gesamtmobilitätskonzept  in  Auftrag  geben,  das  unter  dem  Leitbild  der  Nachhaltigkeit,
Ressourcenschonung und des Umweltschutzes sämtliche Verkehrsträger einbezieht.  
Dieses landkreisübergreifende und umfassende Konzept sollte u. a. folgende Aspekte berücksichtigen:
 
•  Eine  wesentliche  Verlagerung  weg  vom  motorisierten  Individual-  hin  zum  öffentlichen
Personennahverkehr (ÖPNV) durch den Ausbau eines attraktiven Bus- und Schienenverkehrs,
•  Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene,
•  strukturelle  Erschließung  des  Städtedreiecks  durch  ein  effektives  Radwegenetz,  das  Elektro-
und Lastenräder einbezieht, mit Anbindung an die Bahn sowie an Regensburg,
•  Förderung der E-Mobilität und des Carsharings,
•  Einführung  intelligenter  Verkehrsleitsysteme  und  Optimierung  des  bestehenden
Straßensystems sowie nicht zuletzt
•  eine  städtebaulich  sinnvolle  und  interkommunal  abgestimmte  Siedlungspolitik,  die  sich  am
Prinzip der „kurzen Wege“ orientiert.  
 
Das  gemeinsam  koordinierte  Gesamtmobilitätskonzept  sollte  ohne  Verzögerung  erstellt  und  zügig
umgesetzt werden. Die dafür notwendigen, zweifellos erheblichen Planungs- und Geldmittel müssen
daher gezielt in dieses wichtige Vorhaben gelenkt werden. Nicht zuletzt droht auch die wirtschaftliche
Anziehungskraft  des  Großraums  Regensburg  Schaden  zu  nehmen,  wenn  für  Unternehmen  und
Privatpersonen täglich immer mehr Zeit im stockenden Verkehr verloren geht.
 
Kleinräumige,  in  ihrer  Wirkung  sehr  begrenzte  und  zweifelhafte  Vorhaben,  wie  z.  B.  die  geplante
Ortsumgehung von Teublitz, leisten hingegen keinen Beitrag zur Lösung der Verkehrsproblematik im
Städtedreieck als Teil des Großraums Regensburg.  
Die Umsetzung eines konzertierten Gesamtmobilitätskonzeptes würde hingegen zukunftsweisend auch
die  innerstädtische  Verkehrssituation  in  Teublitz  verbessern:  Die  E-Mobilität  ist  emissionsfrei,  und
intelligente  Verkehrsleitsysteme  mit  baulichen  Veränderungen  am  Marktplatz  verflüssigen  den
Verkehr. Und schließlich bliebe die wertvolle Naturlandschaft des Teublitzer Weihergebiets bewahrt.  
 
Durch  Planungen  wie  die  der  Ortsumgehung  für  Teublitz  werden  unverhältnismäßig  große  Finanz-
und  Planungsressourcen  gebunden,  die  sinnvoller  und  zukunftsorientierter  in  die  unbedingt
erforderliche und letztlich unausweichliche Verkehrswende hin zur sauberen und vernetzten Mobilität
zu investieren sind.
Wir appellieren an die politisch Verantwortlichen, jetzt die Weichen für eine neue, umweltschonende
Mobilität zu stellen!

Arbeitskreis der Bürgerinitiative ALEXsagtNEIN:
Yvonne Baldermann, Peter Eberhardt, Johannes Feicht, Petra Huber, Evi und Dr. Franz Schmidkunz, Christine Spoerl u. a.

Maxhütte-Haidhof, den 19. April 2018

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